Die Entwicklung vom 01.05.1999 bis zum 01.09.2013

Bei der Gründung von Deta-Med wurde seitens der AOK (damals noch in der Funktion des Dachverbandes für alle Krankenkassen) eine adäquate Nachfrage bezweifelt, unter anderem mit dem Argument, dass das familiäre Netzwerk im Rahmen der türkischen Großfamilien intakt sei und die notwendige Hilfe im Haushalt und in der Grundpflege von Familienangehörigen erbracht würde.

Außerdem gebe es entsprechende Angebote für türkische Migranten von der Diakonie, der Caritas, dem DRK und der AWO. Diese Angebote würden nicht ausreichend wahrgenommen.

Die bisherigen Erfahrungen von Deta-Med bestätigen eher das Gegenteil, nämlich dass die Struktur der türkischen Großfamilien nicht mehr an Pflegeleistung erbringen kann, als das auch bei deutschen Familien der Fall ist. Das Angebot von Deta-Med wird als unterstützende Hilfe sehr wohl wahrgenommen.

Die Zurückhaltung seitens der Patienten (seit 1995), das Angebot der Hauskrankenpflege anzunehmen, lag sowohl an der Unwissenheit über die Möglichkeit der Hauskrankenpflege nach SGB V, XI oder SGB XII (BSHG) als auch an der Unsicherheit bezüglich der Kostenübernahme.

Die Unwissenheit über das deutsche Gesundheitssystem ist zudem darauf zurückzuführen, dass Analphabeten und Migranten, die nicht Deutsch lesen und schreiben können, durch die Printmedien nicht erreicht werden.

Außerdem ist es heute noch ein Problem für unsere Patienten, Hilfe von Hauskrankenpflegen anzunehmen; das Schamgefühl darüber, nicht von der eigenen Verwandtschaft versorgt zu werden und grundsätzlich hilfebedürftig zu sein, ist von ihnen schwer zu akzeptieren.

Ich habe Deta-Med gegründet, um die Migranten in das deutsche Gesundheitssystem zu integrieren. Außerdem wollte ich die Integration jener Frauen fördern, die als „Import-Bräute“ nach Deutschland gebracht worden sind. Deta-Med zeichnet sich positiv aus durch familienfreundliche Arbeitszeiten und gezielte Förderung der Frauen.

Ein Großteil unserer Mitarbeiter ist alleinerziehend.

Den Frauen, die in jungen Jahren verheiratet wurden oder Kinder bekommen haben, bieten wir die Möglichkeit einer Ausbildung an.

Von rund 250 Mitarbeitern/innen machen:

  • 26 Personen eine Ausbildung zur Examinierten Altenpfleger/in
  • 5 Personen eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung
  • 2 Personen eine Weiterbildung zur Mentorin
  • 1 Person eine Weiterbildung zur Qualitätsbeauftragten Deta-Med
  • 5 Personen eine Weiterbildung zur Intensivpflege-Fachkraft

Im September 2013 haben 26 Frauen und Männer  mit der Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin begonnen. Deta-Med führt betriebsinterne wissenschaftliche Untersuchungen durch und wertet die Daten aus, um die Integration der Migranten noch besser zu planen.

Wir arbeiten eng mit den Universitäten zusammen und führen gemeinsame Projekte durch. Studenten haben bei Deta-Med die Möglichkeit, ihre Diplomarbeit bei uns zu schreiben.

Für Migranten/innen wurden durch Deta-Med Möglichkeiten geschaffen, ihre Selbstständigkeit und Eigenständigkeit zu begründen, zu verbessern und zu sichern. Deta-Med gibt Frauen Selbstvertrauen und motiviert sie zu einer Ausbildung. Alleinerziehende Mütter werden wieder ins Berufsleben integriert.

Überarbeitet am 11.09.2013  Dipl. Päd. Nare Yesilyurt

Überarbeitet am 02.07.2014 Dr. Frank Beckmann