Wenn der Tod eingetreten ist

 

Mit dem Tod gibt der Mensch seinen Körper der Erde wieder zurück. Unser Körper ist eine Leihgabe von Gott, aber unsere Seele lebt ewig. Daran glauben viele Moslems. Bei den Moslems gibt es nur die Beerdigung ohne Sarg, es gibt auch keine Seebestattung oder Einäscherung.

 

  • Vorrangig werden die Augen durch die nächsten Familienangehörige geschlossen. Wenn Angehörige nicht zur Verfügung stehen, dann soll die Person, die in dem Moment des Sterbens dabei ist, die Augen schließen.
  • Den Unterkiefer soll man an den Kopf binden, um dadurch das Herunterhängen des Kiefers durch die Erschlaffung zu verhindern.
  • Durch kräftige Bauchmassage sollen der Darm und die Blase entleert werden.
  • Auf den Bauch ist ein geeigneter und angemessener Gegenstand zu legen, um zu verhindern, dass er sich aufbläht.
  • Wenn möglich, so sollen sofort nach dem Tod die Gelenke sanft gebeugt werden. Die Gelenke sind so beugen, dass die Arme gegen die Vorderarme, die Vorderarme gegen die Seiten des Körpers, die Oberschenkel gegen den Bauch liegen. Durch diese Körperlage wird die Waschung des Körpers erleichtert.
  • Dem/der Verstorbenen werden Fingernägel und Zehennägel geschnitten, Haare werden gekämmt. Bei einem Mann werden evtl. die Haare nachgeschnitten und er wird rasiert. Wenn die Körperhaare länger sind als ein Weizenkorn, dann muss auch die Intimrasur durchgeführt werden.
  • Die/der Verstorbene wird entkleidet, und mit einem weißen Tuch wird der ganze Körper zugedeckt.
  • Die/der Verstorbene wird leicht angehoben und mit dem Gesicht gegen die Kaaba gerichtet.

 

Frauen werden von Frauen gewaschen, Männer werden von Männern gewaschen und Kinder werden von den Müttern gewaschen.

 

  1. Der entkleidete Tote wird mit einem Tuch zugedeckt. Die rituelle Waschung ist eine Ganzkörperwäsche mit warmem Wasser und Seife mit Kampfer. Als erstes wird der Analbereich, dann das Geschlechtsteil gewaschen. Der Kopf wird mit einer Binde umwickelt und die Gliedmassen werden gestreckt. Bei den Männern wird der Körper, der vom Bauchnabel an nach unten zugedeckt ist, gewaschen. Bei den Frauen, die vom Hals ab bedeckt sind, wird der Körper gewaschen.
  2. Danach beginnt man mit der zweiten Waschung. Als erstes wird der Mund gewaschen, dann die Nase, die Hände, das Gesicht, der Kopf und zuletzt die Füße.
  3. Die dritte Waschung wird von der linken zur rechten Körperhälfte durchgeführt.
  4. Die Familienmitglieder verabschieden sich mit dem Erweis einer letzten Ehre von dem Verstorbenen und gießen ihr/ihm dreimal Wasser über dem Körper. Jetzt sehen sie/ihn zum letzten Mal. (Punkt 4 trifft nur bei Aleviten zu)

 

Nach der vorgeschriebenen Waschung wird der bzw. die Tote mit einem weißen, ungenähten Baumwolltuch dreimal von Kopf bis Fuß umwickelt (BEKLEIDET).

Bei der Beerdigung wird das Totengebet (Sure 36) gelesen oder gebetet. Die/der Verstorbene wird von Männern vom Waschungsort zur Grabstätte  getragen. Unter Gebeten wird der Leichnam ohne Sarg mit dem Gesicht nach Mekka gerichtet begraben.

 

 

14.05.2003 Dipl.Päd.Nare Yesilyurt

Überarbeitet am 11.07.2014, Dr. Frank Beckmann