Kulturspezifische Körperpflege bei den Muslimen
Die in der deutschen Krankenpflegeschule erlernte Körperpflege ist bei Deta-Med nicht umzusetzen. Die Musleme empfinden das Waschen mit Hilfe der Waschschüssel als sehr unhygienisch und unrein. Es ist für Muslime nicht tragbar, dass man seinen Ober- und Unterkörper mit gleichen Wasser wäscht, da man sich somit in „eigenem Schmutz“ reinigt. Aufgrund dessen lehnen die das Waschen mit solchen Hilfsmitteln ab.
Es gelten die folgenden Vorgaben:

  • Die Körperpflege sollte nur unter fließendem Wasser stattfinden, alle Körperöffnungen sollten mindestens dreimal hintereinander gespült werden.
  • Als erstes wird das Gesicht am Waschbecken gewaschen , die Augen werden von außen nach innen gereinigt. Die Ohren werden mit viel Wasser mit Hilfe der Finger gesäubert. In die Nase wird Wasser eingesogen, um die Nase von innen zu reinigen. Der Mund wird mehrmals mit Wasser ausgespült. Danach werden die Hände bis zum Ellenbogen und im Anschluß die Achselhöhle gewaschen.
  • Bei den Zehen müssen die Zwischenräume mit Wasser gereinigt werden.
  • Intimpflege wird unter fließendem Wasser durchgeführt. Wir setzten den Patienten auf die Toilette, nehmen die Brause oder eine Gießkanne und waschen den Patienten erst von vorne, dann von hinten. Intimpflege wird nach jedem Toilettengang durchgeführt. Toilettenpapier wird in den meisten Fällen zum Abtrocknen benutzt.
  • Die Intimrasur gehört zur Körperpflege eines Moslems, deshalb wird sie selbstverständlich regelmäßig von uns durchgeführt – aber nur bei Patienten, die dies selbst nicht können und Hilfe möchten.
  • Auch die Haare in der Achselhöhle müssen regelmäßig entfernt werden. Im Koran gibt es einen Vers, in dem heißt es, dass die Körperbehaarung im Intimbereich (dazu gehört auch die Achselhöhle) „nicht länger sein darf als ein Gerstenkorn“.
  • Wir dürfen nicht einfach aus hygienischen Gründen die Haare einer „komatösen“ Patientin schneiden. Im Koran heißt es, dass alle Menschen auferstehen werden und vor Gott über ihre guten und schlechten Taten Rechenschaft ablegen müssen. Dabei muss die Brust der Frau mit den Kopfhaaren bedeckt sein.
  • Die Fingernägel dürfen nicht über die Fingerkuppe hinaus wachsen, denn dann ist der Mensch nicht sauber: Allles, was er mit der Hand anfasst, ist „HARAM“ – also UNREIN.
  • Die linke Hand ist die „KOTHAND“. Mit dieser Hand wäscht man seinen Intimbereich vor jedem Gebet oder nach dem Toilettengang. Das stellt bei rechtsseitigen Apoplektikern ein Problem dar: Obwohl die linke Hand voll intakt ist, wird es aus Glaubensgründen häufig verweigert, mit ihr zu essen. Alles, was man mit der linken Hand isst, ist „HARAM“ (unrein).

 

Bitte verallgemeinern sie diese Richtlinien in ihrer Strenge nicht für alle Muslime. Das Beispiel der Körperpflege betrifft aber die Mehrheit der Muslime.

Überarbeitet am 27.03.2010 Nare Yesilyurt-Karakurt

Überarbeitet am 11.07.2014, Dr. Frank Beckmann